Feng Shui Einrichtung

3000 Jahre ist sie alt – die chinesische Lehre von der Harmonie zwischen den Menschen und ihrem Lebensraum Feng Shui. Und noch immer sind ihre Prinzipien gültig und lassen sich nahezu überall umsetzen. Im Kern geht es darum, Lebensenergie (Chi) fließen zu lassen. Sie soll sich nirgends stauen, aber auch nicht ungestüm durch den Raum rauschen. Chi soll zirkulieren wie der Wind (Feng) und sich wellenförmig fortsetzen, wie Wasser (Shui) in einem See. Mithilfe von Feng Shui soll alles um dich herum im „Fluss“ bleiben und so für Wohlbefinden sorgen.

Ein bisschen Geschichte

Feng Shui entstammt der daoistischen Philosophie. Gemeinsam mit dem Konfuzianismus und dem Buddhismus bildete sie die „Drei Lehren“. Diese haben China und den gesamten asiatischen Raum geprägt. Feng Shui entstand ursprünglich aus dem Ahnenkult der Chinesen. Es ging darum, die Toten so zu bestatten, dass sie den irdischen Lebensweg ihrer Nachfahren positiv beeinflussten. Schon das „I Ging“ – das älteste Buch der Welt aus dem Jahre 771 vor Christus – enthält Grundregeln des Feng Shui. Im alten China brauchte es Meister, um die Lehren zu verbreiten und umzusetzen.

Bis heute ist Feng Shui im ostasiatischen Raum fester Bestandteil des Alltags, obwohl es nach der kommunistischen Revolution verboten wurde. Zu dieser Zeit, Mitte des 20. Jahrhunderts, wanderten viel Feng Shui-Meister aus und brachten die Philosophie so auch in die westlichen Länder.

Und heute?

Heute handelt es sich bei Feng Shui um eine erprobte und lebensnahe Methode, deinen Lebensraum optimal zu gestalten. Dabei geht es gar nicht darum, auf einen asiatischen Einrichtungsstil zurückzugreifen. Du kannst die positiven Effekte von Feng Shui in jeden Wohnstil einbinden. Ziel ist es, auf dein Wohlbefinden, deine Gesundheit und dein Lebensglück Einfluss zu nehmen. Das kann mithilfe unterschiedlichster Formen, Farben und Materialien gelingen.

Feng Shui Regeln Feng Shui Zimmer

Chi, Yin und Yang, BaGua & Co. – Begriffe der Feng Shui-Lehre

Willst du dich nach Feng Shui einrichten, solltest du dich mit dem Begriff des Chi (Qi) vertraut machen. Chi ist keine physikalisch messbare Energie, aber du kannst sie spüren. Wir würden heute vielleicht den Begriff Atmosphäre oder Stimmung verwenden. Mit ein bisschen Achtsamkeit wirst du schnell merken, wo die Lebensenergie besonders gut fließt, wo sie ins Stocken gerät oder wo sie gar völlig verschluckt wird.

Auch die Begriffe Yin und Yang sind sehr wichtig, denn hier geht es um Balance. Yin steht dabei für das Warme, Weiche, Beruhigende. Yang dagegen für das Dynamische, Starke und Leidenschaftliche. Im Feng Shui wird immer daran gearbeitet, beides miteinander in Einklang zu bringen.

Feng Shui BaGua ist ein Hilfsmittel, anhand dessen es möglich ist, Feng Shui-Regeln umzusetzen. Du kannst es wie einen Lageplan nutzen, in dessen Mitte das Tai Chi steht und herum acht Felder gruppiert, die die verschiedenen Lebensbereiche (genannt BaGua Häuser) symbolisieren. Dazu gehören:

  1. Karriere: Lebensaufgabe / Lebensweg
  2. Partnerschaft: Beziehungen zu anderen Menschen
  3. Familie: Eltern / Ahnen
  4. Reichtum: finanzieller Wohlstand / bereichernde Erfahrungen / Fülle des Lebens
  5. Tai Chi: Gesundheit
  6. Hilfreiche Freunde: unterstützende Einflüsse / Schutz
  7. Kinder: neues Leben / Kreativität / Fantasie
  8. Wissen: innere Erkenntnis / Verlässlichkeit / Willenskraft
  9. Ruhm: Anerkennung / Reife / Stellung

Neben dem Feng Shui BaGua ist es wichtig, auch die fünf Elemente zu kennen. Holz, Feuer, Erde, Metall und Wasser spielen eine große Rolle beim Einrichten nach Feng Shui, ebenso wie die vier Himmelsrichtungen. Es gibt noch viele andere Begriffe, verschiedenste Ströme und Lehrmeinungen. Vielleicht begegnet dir der Geomanten-Kompass oder die Lehre von den fliegenden Sternen. Doch für eine erste praktische Annäherung an das Thema Feng Shui sind die vorgestellten Begriffe ausreichend. Und nach so viel Theorie geht es nun darum, wie du erreichst, dass das Chi ungehindert durch deinen Wohn- und Lebensraum streichen kann.

Feng Shui in Haus und Wohnung

Würdest du vor der Aufgabe stehen, für Dich selbst ein Haus (Feng Shui Haus) zu bauen, beginnt die Feng Shui Philosophie bereits mit der Planung. Die Umgebung muss mitbedacht werden. Wie fügt sich ein Haus in die Umgebung ein, wie soll es sich ausrichten, aus welchem Material soll es bestehen? Gleich einem Organismus soll sich das Haus mit der Umgebung wohlfühlen und die Umgebung mit dem Haus. Die Planung der Räume gelingt mithilfe des Feng Shui BaGua. Dadurch werden die Funktionen der Räume gestärkt. Ein optimal gelegenes Schlafzimmer verspricht guten Schlaf, ein einladendes Wohnzimmer harmonisches Miteinander, ein Arbeitszimmer kreative Ideen.

Doch nicht jeder hat das Glück oder den Wunsch ein eigenes Haus zu errichten. Aber auch eine Wohnung (also eine Feng Shui Wohnung) bietet zahlreiche Möglichkeiten den Feng Shui-Gedanken umzusetzen.

Das Chi fließen lassen – Zehn praktische Feng Shui-Tipps

1. Ordnung

Aussortieren, Wegräumen, Entsorgen, Sortieren, Aufräumen. Äußere Ordnung ist für Feng Shui Zimmer Grundvoraussetzungen. Frage die Dinge nach ihrem Nutzen oder ihrem ideellen Wert. Haben sie den richtigen Platz? Gibt es zu viel davon? Unaufgeräumtes, Abgestelltes, Vergessenes hindert den Energiefluss. Besonders die Laufwege durch das Haus sollten frei von Hindernissen sein.

2. Licht

Sind die Räume sehr dunkel, ist eine optimale Ausleuchtung wichtig. Sorge für indirektes, gemütliches Licht in Räumen, die der Ruhe und Entspannung dienen. Kräftiges Licht ist dort gefragt, wo gearbeitet wird. Kerzen und formschöne Lampen, deren Effekte durch spiegelnde Flächen noch verstärkt werden, gelten als förderlich.

3. Dekoration

Accessoires sind sehr beliebt im Feng Shui. Aber sie sollten nicht im Übermaß vorhanden sein. Staubfänger sind nicht gewollt, Deko-Gegenstände aus natürlichen Stoffen sind zu bevorzugen. Du kannst deine Deko auch der aktuellen Jahreszeit anpassen. Dadurch spiegelt sich die Natur in deiner Wohnung wider und es besteht somit immer eine Verbindung zur Natur. Plastik und anderer Kunststoff ist zu vermeiden. Stattdessen sollte Holz, Baumwolle oder Leder verwendet werden. Je natürlicher, desto besser für das Lebensgefühl.

4. Glanz

Kristalle, glatte Flächen und glitzernde Windspiele können das Chi in Fluss bringen. Besonders beliebt sind Spiegel. Sie geben Schönheit wieder und Weite in den Raum. Ein Fehler bei der Platzierung sollte jedoch unbedingt vermieden werden: ein Spiegel direkt gegenüber der Eingangstür. Nach Feng Shui Regeln wird das Chi so gar nicht erst ins Haus eingeladen, sondern regelrecht zurückgewiesen. Auch im Feng Shui Schlafzimmer gelten große Spiegel als ungünstig, da sie eine so dynamische Wirkung haben, dass sie die Nachtruhe stören.

5. Hausflur

Wann hast du zum letzten Mal über deinen Hausflur nachgedacht? Im Feng Shui ist der Eingangsbereich ein Ort, der besonders sorgfältig geplant sein sollte. Die Schleuse zwischen Außen und Innen soll zum einen schützen, zum anderen aber auch einladen. Genug Raum, um sich ungehindert beim An- oder Ablegen der Straßenkleidung zu bewegen, feste Plätze für Jacken, Schuhe, Autoschlüssel oder Handtaschen helfen, Chaos zu vermeiden.

6. Wasser

Gibt es Platz für einen Zimmerbrunnen? Ein Aquarium oder einfach eine schöne Schale mit Blüten und Schwimmkerzen? Wunderbar! Durch das Element Wasser wird Wohnraum belebt. Es gilt als das stärkste Element. Und es steht für Geldfluss, und wer würde nicht gern ein bisschen mehr davon in die Haushaltskasse fließen lassen.

7. Feng Shui Pflanzen

Mit Pflanzen kannst du fast nichts falsch machen. Zwar gelten Pflanzen mit fiedrigen, spitzen Blättern als ungünstiger für das Chi – doch frisches Grün mit runden Blättern und farbige Sträuße sollten nicht fehlen. Pflanzen sind eine natürliche Klimaanlage, sie filtern die Raumluft, regulieren Luftfeuchtigkeit und bauen Umweltgifte ab. Auf der Fensterbank verhindern sie, dass Energie über das Fenster verloren geht. Auch wenn du keinen „Grünen Daumen“ hast, versuche es doch mal mit einem Lucky Bamboo. Dieser Glücksbambus soll Kraft und Stärke bewirken. Kranke und vertrocknete Pflanzen solltest du aber unverzüglich entsorgen. Liebst du Kakteen, finde einen Platz für sie, der nicht so zentral gelegen ist.

8. Funktionen

Ordne jedem Bereich in deinem Lebensraum eine Funktion zu. Im Schlafzimmer wird nicht gearbeitet, sondern geruht. Am Schreibtisch wird nicht gegessen und in der Kuschelecke werden keine unangenehmen Themen diskutiert. Deine Feng Shui Wohnung / dein Feng Shui Haus ist ein Kraftort, an dem du dich optimal regenerieren kannst. Gerade wenn mehrere Menschen mit unterschiedlichen Bedürfnissen zusammenleben, lohnt es sich, für jede Person ideale Möglichkeiten zu schaffen.

9. Farben

Die Farbgebung von Räumlichkeiten ist im Feng Shui ein sehr wirkungsvolles Hilfsmittel. Gemeinsam mit Himmelsrichtung und den fünf Elementen sind ausgefeilte philosophische Systeme entstanden. Farben verstärken die Elemente, bewirken Gutes, können aber auch zerstörerisch sein. So gilt für Räume auf der Südseite beispielsweise das Element Feuer. Entsprechen günstig können sich Rot- und Orangetöne auswirken. Negativ dagegen Schwarz oder Blau. Nördliche Räume dagegen gehören zum Element Wasser, Schwarz und Blau tut ihnen gut, Gelb und Beige dagegen nicht. Aber keine Sorge, du musst auf deine Lieblingsfarben nicht verzichten. Die Farbpalette ist so groß, dass du immer das Passende für dich findest.

10. Der inneren Wahrnehmung folgen

Und damit sind wir bei der wichtigsten Feng Shui Regel. Nimm dir Zeit und hör in dich hinein, bevor du etwas veränderst. Was sind deine Bedürfnisse und die deiner Mitbewohner? Was brauchst du unbedingt, worauf kannst du gut verzichten? Was stört dich schon lange? Probiere dich aus. Fang erst einmal klein an, mit einem Bereich, den du gut überblickst.

Ort der Begegnung: Das Feng Shui Wohnzimmer

Im Wohnzimmer versammelt sich meist die Familie oder es werden Gäste empfangen. Es kann ein Ort für Ruhe und Entspannung sein, aber auch für anregende Gespräche und fröhliches Miteinander. Das Feng Shui Wohnzimmer zeichnet sich dadurch aus, dass in der Mitte Freiraum herrscht und sie als Zentrum betont wird. Dafür kannst du beispielsweise einen runden Teppich nutzen oder auch eine besondere Lampe.

Dieses Zentrieren bewirkt eine ruhige entspannte Atmosphäre. Das Sofa steht am besten an einer stabilen Wand, das vermittelt Geborgenheit. Richte lieber mehrere kleine Lichtinseln ein, als eine große Lichtquelle. So kann der Raum je nach Stimmung oder Anlass ausgeleuchtet werden. Ein ausgewogenes Verhältnis zwischen Hell und Dunkel sorgt für Wohlbefinden.

Ort der Ruhe: Das Feng Shui Schlafzimmer

Ein Feng Shui Schlafzimmer bietet idealerweise wenig Ablenkung durch energetische Farben oder Bilder. Das Feng Shui Bett befindet sich nicht in einer Linie mit Tür und Fenster, sonst gibt es einen „energetischen Durchzug“. Am besten platziert ist es an einer Wand, die keine Leitungen enthalten. Elektrik und Wasser stören den Schlaf. Geräte, die Strahlung aussenden wie Mobiltelefon oder ein Radiowecker sind ebenfalls nicht dienlich.

Die Tür vom Feng Shui Bett aus im Blick zu haben, vermittelt Sicherheit. Schwere Einrichtungsgegenstände über dem Kopfende – zum Beispiel Regale – solltest du vermeiden. Geschlossene Schränke sorgen für Symmetrie und Ordnung. Die Feng Shui Regeln empfehlen, den Platz unter dem Feng Shui Bett frei zu lassen. Naturmaterialien sind zu bevorzugen und natürlich sollten sie möglichst frei von Schadstoffen sein.

Ort der Fantasie: Das Kinderzimmer

Kinder entwickeln sich schnell und ein Kinderzimmer muss sich diesem Prozess anpassen können. Auch hier gehört das Feng Shui Bettchen nicht zwischen Tür und Fenster. Runde Formen, gedeckte Farben, gemütliche und flauschige Materialien lassen die Lebensenergie sanft fließen. Mit dem Alter des Kindes wächst auch der Spielraum. Der ist in der Mitte des Zimmers zu platzieren. Dort bündelt sich die Raumenergie. Viel Licht und leichte Vorhänge machen das Kinderzimmer zu einem Erlebnisraum, dass der Familiennachwuchs gern nutzt. Am besten, du bindest deine Kinder in die Raumgestaltung mit ein. Sie haben oft ein natürliches Gespür dafür, was sie brauchen.

Naturräume: Pflanzen, Garten und Balkon

Willst Du einen Feng Shui Balkon einrichten, ist es von besonderer Bedeutung, in welcher Himmelsrichtung er liegt. Die Richtung des Balkons bestimmt die Farbgebung, das Material der Balkonmöbel und die Pflanzenauswahl. Aber wie auch in allen anderen Feng Shui Zimmern gilt: zuerst Ordnung schaffen. Der Balkon ist kein Abstellraum oder Zwischenlager, sondern vielmehr ein Feng Shui Wohnzimmer an der frischen Luft. Und genauso wie ein Feng Shui Garten kann ein Balkon zu einem ganz zentralen Ort werden, um positive Energie zu stärken.

Einen Feng Shui Garten zu errichten ist noch einmal eine ganz eigene Kunst. Vielleicht hast du jetzt einen stylischen Zen-Garten vor Augen. Doch ein Feng Shui Garten kann mit jedem Gartenstil kombiniert werden, wenn du bestimmte Regeln beachtest. Es geht darum, die Natur wertzuschätzen, möglichst ohne Dünge- und Schutzmittel auszukommen, einheimischen Pflanzen Lebensraum zu schenken und dem zyklischen Verlauf der Jahreszeiten zu folgen. Dann ist der Feng Shui Garten Lieferant für Nahrung und Arznei, die gleichzeitig Körper, Geist und Seele stärken.

Feng Shui Garten Feng Shui Dekoration Feng Shui Haus Feng Shui Pflanzen

Interessant sind in diesem Zusammenhang auch Anregungen für den Vorgarten- und Haustürbereich. Nach Feng Shui geht es darum, eine Atmosphäre von Willkommen-Sein zu schaffen. Dafür solltest du für eine helle Außenbeleuchtung sorgen und darauf achten, dass Name und Hausnummer gut sichtbar sind. Der Weg zur Haustür muss frei sein. Mülltonnen oder Lagerplätze sind im Eingangsbereich unerwünscht, ebenso wie stachelige Sträucher, an denen sich Besucher verletzen könnten.

Wie du siehst, ist es gar nicht so schwer, ein paar Grundregeln für Feng Shui in das eigene Leben und deine Wohnungseinrichtung zu integrieren. Versuch doch mal an deinem Schreibtisch oder in einer Zimmerecke aus, was sich verändert. Experimentieren ist erlaubt und deine innere Stimme wird dir ein guter Ratgeber sein.

Schreibe einen Kommentar